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Alt 22.06.2018, 00:13   Umbau Dethleffs 530 TK, 1994   #1 (Link direkt zu diesem Beitrag)   nach oben 
Trullahaber
Zelt-Camper

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(Zug)fahrzeug: Passat Variant B8
Wohnwagen: Dethleffs 530TK 1994

Trullahaber wird schon bald berühmt werden Trullahaber wird schon bald berühmt werden
Standard Umbau Dethleffs 530 TK, 1994

Hallo liebe Loite

Ich möchte euch hier mal ein wenig von unserer Renovierungsaktion unseres neuen Wohnwagens schreiben.
Dabei versuche ich es so übersichtlich wie möglich zu machen, damit man beim und nach dem Lesen auch ein paar Bilder (vorher/nachher) vor Augen hat.
Mal sehen ob´s klappt.

Vorab: Wir hatten vorher keinerlei Erfahrung mit Wohnwagen und es war ein spontaner Kauf.
Da unser erster Campingurlaub seit Jahren 2017 mit Zelt in Kroatien stattfand, ist auch die Campingerfahrung an sich sehr begrenzt.
Campen vor 30 Jahren war noch deutlich anders …

Da wir seit Anfang des Jahres ein geeignetes Zugfahrzeug haben, ohne direkt an einen Wohnwagen gedacht zu haben (wir wollten eigentlich unsere brandneue Zeltausrüstung noch ein paar Jahre nutzen und hatten uns eigentlich über mehr Platz im Auto gefreut), war der Wohnwagen eine extrem spontane Aktion.

Bekannte hatten einen kleinen Wohnwagen anzubieten und wir fuhren interessehalber mal kurz vorbei.
Leider war das gute Stück kurz bevor wir eintrafen verkauft.
Eigentlich nicht schlimm, aber wir hatten doch Blut geleckt.

Wohnwagen hatten für uns bisher auch eher ein sehr verstaubtes Image, bis wir im letzten Urlaub auf dem Campingplatz, nach Abschluss neuer Bekanntschaften, den einen oder anderen neueren Wohnwagen auch mal von innen gesehen haben.
Echt beeindruckend, was mittlerweile so alles geht und was es so alles gibt.

Aber für einen „modernen“ WW reichte das Budget eh nicht, daher waren wir nur beeindruckt und erfreuten uns unseres Zeltdomizils (was wir uns auch ganz nett eingerichtet hatten).

Wie dem auch sei. So ein Wohnwagen hat schon Vorteile:
Fliegt bei Sturm nicht weg (bzw. nicht so leicht oder ist nicht so bedrohlich bei Sturm)
Hat Betten!! (und nicht „nur“ – wenn auch relativ bequeme – Luftmatratzen)
Ist ein wenig isoliert, was bei Kälte UND Hitze von Vorteil ist
Hat eine kleine Sanitärzelle (Und man muß nicht tief in der Nacht zum Toilettenhäuschen wenn’s mal nötig ist)
Und und und …

Wir sind ja auch nicht mehr die jüngsten und ein wenig Komfort ist echt was tolles.

Wir hatten also Blut geleckt und uns mit ähnlichem Budget wie bei den Bekannten mal schlau gemacht, was so geht.

Zufällig hat jemand aus der Nähe den oben beschriebenen WW gerade ins Netz gestellt. Der Grundriss, der Preis und der Basiszustand hörten sich gut an.
Am nächsten Tag auf zur Besichtigung.
Erst mit gemischten Gefühlen….
Innen alles Hellbraun, ausgelatschter PVC Boden, Eiche Rustikal Deckenlampe im Oma-Style, Polster mit diesen grauenhaften Spannknöpfen, Tabakbraune Decke etc ..

Alles ein wenig verwohnt aber im Großen und Ganzen in einem annehmbaren Zustand.

Die Aufteilung war Top.
Im Bug ein Stockbett auf der linken Seite und eine umbaubare Sitzgruppe auf der rechten.
Vorne und rechts ein paar Hängeschränke und das „Abteil“ durch eine Schiebetür abtrennbar.
Dann auf der rechten Seite ein Hochschrank, ein Deckenschrank, Besteckschublade, Spüle, 3-Flammen Herd, Kühlschrank.
Auf der linken Seite das Klo in Plastik Bombastik mit 10l Frischwassertank unter dem schwenkbaren Waschbecken.
Kleiderschrank mit Sicherungskasten (Ohne FI).
Schuhschrank mit Radioabteil darüber.
Hinten große umbaubare Sitzgruppe.

Technisch funktionierte alles, der WW war trocken (müffelte nicht) zeigte aber ein paar kleinere alte Feuchtigkeitsspuren. Es war aber (auch beim Drücken an den Stellen) alles trocken und nicht zu schwammig.
100er Zulassung, Anti Schlinger Kupplung und von unten auch sauber.

Schon auf dem Weg nach Hause spielte mein Kopfkino und schlug mir verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vor

Mit ein bisschen Farbe, ein paar neuen Leitungen und sonst noch ein paar Umbauten könnte man was draus machen….

Mit der Frau wurde lange überlegt und kalkuliert und dann war die Entscheidung klar.
Unsere Tochter hatte ihren Bereich (den mit den Stockbetten hinter der Schiebetür) eh schon annektiert.

Resultat: Wir renovieren ein bisschen und dann hätten wir ein wenig mehr Komfort.

Also wurde der WW gekauft.

Aus dem bisschen wurde allerdings dann ein bisschen mehr.

Da die Inneneinrichtung nicht ganz so hässlich war (Buche statt Eiche brutal mit gesunder Oberfläche) wollten wir nur die Türen ein wenig aufhübschen, nen neuen Boden verlegen und die eine oder andere Lampe auswechseln.

Bei Aldi gab es gerade Innenfarbe Acryl auf Wasserbasis…
Ein paar Pötte gekauft, dann noch ab in den Baumarkt und Krepp, Rollen und was man sonst noch zum Malern braucht, gekauft.

Für den Boden hatten wir uns Vinyl überlegt.
Aber noch nicht gekauft.

Dann ging es ans Abkleben. Nach einem Tag Krepp kleben hatte ich Knoten in den Armen, nen steifen Nacken und hab geflucht wie ein Rohrspatz.

„Es ist einfacher alles neu zu machen, die Türen auszubauen und das Ding komplett neu zu streichen“ sagte ich zu meiner Frau.
„Du bist doch bekloppt“ war die Antwort.

Aber es waren ja nicht nur die Schränke. Die Polster waren auch durch, die Elektrik reichte nicht aus etc.

Noch mal kurz drüber nachgedacht und alles noch mal von vorne.

(Zurück spulen auf Anfang, alles Krepp wieder raus und Reset)



Dann wurde es ernst. Was dann kam, hier in einer kurzen Liste:
- Alle Türen ausgebaut
- Alle „Messingfarbenen“ Push Lock Knöpfe und Hebearmaturen abgebaut (Türen waren nackig)
- Alle Polster ausgebaut und vermessen
- Alle Polster abgezogen, durchnummeriert, bei den Eckpolstern extra vermessen und Schablonen angefertigt (Das schlimmste waren diese bekloppten Spannknöppe)
- Alle alten Lampen (Deckenlampen, Spots, Küchenlampen, Nachtischlampen) ausgebaut.
- Bis auf die Küchenlampen alles entsorgt. Küchenlampe mit Benzin gereinigt.
- Stockbett ausgebaut
- Wandverkleidungen ausgebaut (die mit Stoff überzogenen und die Verkleidungen, welche hinter den Rückenpolstern zur Luftzirkulation sind)
- Alle Gardinen raus und entsorgt.
- Alle Steckdosen ausgebaut und entsorgt.
- Alle Verdunklungsrollos ausgebaut.
- Verkleidung der Heizung abgebaut.
- Lampeneinheit aus dem Bad ausgebaut.
- Alle (braunen) Umleimer rausgerissen.
- Alle braunen Lüftungsauslässe der Heizungsbelüftung abgeschraubt.
- Die Spiegel im Bad ließen sich leider nicht ausbauen, sonst wären di auch auf dem Müll gelandet.
- Der WW war nun von innen nackig und uns gähnte die Leere der Türlosen Schränke und Fächer an.

Dann ging es ans aufpolieren:
- Erst mal vorsichtshalber von außen grob gewaschen um das Dach neu abzudichten. Dabei ist leider eine Dachluke – die mehr als porös war – zerborsten.
- Dach neu Abgedichtet, Dachluke 1 bestellt und neu eingebaut (Bad)
- Neuen Stoff für alle Polster ausgesucht und bestellt (ca 30m Oberstoff und ca 15m Unterstoff)
- Den kompletten Wohnwagen (Decke und Schränke / Wände) geschliffen
- Alle Türen abgeschliffen
- Neue Löcher für neue Steckdosen in den Schränken gebohrt, um LED Stripes für Indirekte Beleuchtung mit Strom zu versorgen und ein paar zusätzliche Dosen anzubringen
- Alle Dichtungen innen abgeschmiert
- Alles an Fenster und Türdichtungen abgeklebt
- Alle Decken- und Wandflächen grundiert
- Decke und Wand neu abgeschliffen

Da die Türen eine andere Farbe als der Rest haben sollte, und die Decke auch einen anderen Farbton als die Wände, wurde nun zuerst die Decke gestrichen.
Die alten und vergilbten Klebestreifen zu den Deckenelementen wurden zuvor entfernt.

Also ran an die Decke.
Über Kopf rollen (Farbe auftragen) ist nicht unbedingt mein Ding. Aber frohen Mutes ans Werk.
Der erste Anstrich war allerdings nicht so wirklich deckend, daher noch mal abschleifen und auf ein Neues.
Nächster Tag, gleiches Ergebnis.
Noch mal abschleifen und noch mal streichen.
Nächster Tag. Alles noch mal.


Keine Farbe mehr. Bei Aldi noch mal nen Pott geholt und noch mal drüber.
Dann war die Decke soweit erst mal fertig.

(Zum Glück hatten die bei Aldi die Farbe noch. Es war ja alles für wesentlich weniger Fläche geplant …) Wir hätten evtl. dreifach statt doppelt grundieren sollen
Zwischendurch wurden die Türen, im Zimmer unserer Tochter, grundiert und gestrichen.
Die Ärmste wurde dafür „ausquartiert“ und musste Tage bei uns im Schlafzimmer nächtigen.
(Was ihr aber ganz gut gefiel, weil sie ganz viel kuscheln konnte)

Das Streichen der Türen war im Übrigen auch so, wie das Streichen der Decke (und auch das Streichen der Wände)…
Deckend war es erst nach dem vierten oder fünften Anstrich. Inkl. dem jeweiligen Schleifen.


Um ein paar Akzente zu setzen wurden Teile der Türen in grau und andere Teile in rot (im Kinderbereich) gestrichen.

Die Decke in weiß matt und die Wände in weiß glanz.

Da aber alles mit den Farben nicht ganz so verlief wie vorgestellt (…) wurde dann zwischenzeitlich doch mal ein Eimer mit Profi Farbe gekauft um endlich mal ein Ergebnis zu erzielen.

Aber irgendwann war dann auch alles fertig gestrichen.
Inkl. der kaum zugänglichen Bereiche hinter und unter den fast Barockartigen Verblendelementen, hinter denen die Gardinen befestigt werden und die als Auflage der Oberschränke genutzt werden.

Zwischenzeitlich wurden neue Lampen ausgesucht, bestellt und eingebaut. Alles in LED, direkte Spots im vorderen Bereich, indirekte Beleuchtung im vorderen Bereich und eine neue Deckenlampe und indirekte Beleuchtung im hinteren Bereich.

Mit Fernbedienung anpass- und dimmbar.

Für die Türen wurden neue Push Lock Knöppe eingebaut. Alu Matt Optik.

Die Schiebetür wurde gängig gemacht.

Alle Wandelemente wurden neu bezogen.

Das Stockbett wieder eingebaut.

Weiße Lüfterklappen für die Heizungslüftung eingebaut.

Neue Umleimer bestellt (was echt eine Herausforderung war, weil es diese Dinger, T-Umleimer OHNE Lippe) nirgendwo mehr gab. Irgendwann haben wir dann ein paar Restposten aufgetrieben, die dann auch passten.

Alle Polsterbezüge neu genäht und bezogen (Ohne Spannknöppe)
(Das alleine hat schon fast ne Woche gedauert)

Die Gardinen neu genäht, neue Gardinenschienen eingebaut und Gardinen eingesetzt.

Vorne und hinten haben wir Kassettenrollos eingebaut, weil eine ordentliche Lüftung mit gutem Insektenschutz einfach sein musste.

Ach ja. Diverse defekte Fensterarmaturen wurden auch noch ausgetauscht.

Die vorhandene „Soundanlage“ (vier Boxen in Holzkästen) wurde farblich angepasst, neu verkabelt und wieder montiert. Ist ganz nett, aber für den richtigen Sound gibt’s ne mobile BOSE bzw JBL Box mit WLAN.

Die Abdeckung der Heizung gründlich gereinigt und wieder montiert.

Alle Edelstahlelemente von Spüle und Herd gründlich gereinigt.

Im Bad ein neuer Sitz und eine neue Thetford Kassette eingebaut.

Die Frischwasseranlage desinfiert.

Im oberen Bereich der Stockbetten wurde Tafelfolie verklebt, damit die Tochter auch die Wand anmalen kann.

Im Bad wurde einer der 3 Spiegel mit einer Tiffany Folie beklebt.

Diverse Wand Tattoos wurden platziert und eine Retro Küchenuhr sowie ein Retro Thermometer angebracht.

Alle Fensterdichtungen von innen von Farbresten gesäubert und neu abgeschmiert.
Und dann kam der Boden. Und damit die Frage der Zuladung.
Wir hatten eigentlich vor den Boden mit Vinyl neu zu verlegen.
Aber der Boden für die knapp 7qm wog unglaubliche 40Kg.

Nach endlosem Googeln hab ich bis heute nicht rausgefunden, was der WW eigentlich netto hat und was zugeladen werden kann.

Am Ende haben wir uns darauf geeinigt, das er mit der bestehenden Auflastung auf 1300 Kg und dem (in einem anderen Post beschriebenen Messergebiss mit der Reich Waage ermitteltem „Leergewicht“) eine Zuladung von ca 100 bis 120 Kg hat.

Daher war der Vinylboden kein Thema mehr.
Also umtauschen und auf das Leichtgewicht Teppichfliesen ausgewichen.

Ist nix für die Ewigkeit, aber die Fliesen wiegen erst mal nix, lassen sich gut zuschneiden, sind robust, leicht und halten was aus.
Darüber haben wir ein paar Läufer gelegt um den groben Schmutz aus den Fliesen raus zu halten.

Hat auch bis jetzt gut funktioniert.

Die Läufer kann man waschen und wenn die Fliesen echt mal durch sind, kann ich die Dinger Stück für Stück wieder raus nehmen, auf eine Meterware PVC auflegen, mir den Boden passgenau zuschneiden und dann wieder den PVC in ordentlicher Qualität neu rein legen. Aber bis dahin vergehen noch ein paar Tage.

Zum Schluss haben wir dann noch einen TV inkl. Blu-ray Player in hinteren Bereich platziert, mit einem Schwenkarm das man sowohl von hinten, als auch (bedingt) von vorne oder sogar durch die Außentür einen Film, Fussball oder sonstigen TV Kram gucken kann.

Beim abschließendem Reinemachen von außen (inkl. Fensterdichtungen abschmieren etc.) hat sich dann noch mal eine Dachluke verabschiedet, die dann auch noch ersetz und neu abgedichtet wurde.

Ach ja. Zwischenzeitlich kamen noch neue Reifen drauf, da die alten die 6 Jahre überschritten haben.

Damit war der gröbste Umbau erst mal FERTIG!



Ich hoffe, dass diese Beschreibung informativ und ein wenig unterhaltsam war, und freue mich über feedback.

Für die Zukunft ist noch geplant, dass ich einen neuen Frischwassertank und eine SAT Anlage anschaffe.
Ist aber beides eher unwichtig, da die letzten Tage der „WW-Premiere“ gezeigt haben, das es sich in diesem neu gestylten WW sehr gut aushalten lässt und wir uns rundum wohl fühlen.
Er ist dicht (Auch bei Gewitter und nahezu apokalyptischen Starkregen) und die nächsten Überlegungen richten sich eher dahin, wie wir das (inklusive) Vorzelt noch ein wenig pimpen können.

Anregungen sind gerne gesehen.

Wer mir noch Tips für eine Aussenlackierung bzw. Folierung geben kann, der darf sich hier auch melden. Die Aussenhaut ist allerdings so olle genoppt oder geriffelt, das Dach ist Alu mit Farbe ohne Grundierung.

Danke für lesen 
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